SPD-Kreistagsfraktion informiert sich über die Aufgaben der Emsländischen Landschaft

Kulturförderung wird zukunftsfähig aufgestellt – 

Einen Einblick in die Organisation der Emsländischen Landschaft hat Landschaftspräsident Hermann Bröring den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion gegeben. Dabei ist er auf die Herausforderung für die Kultureinrichtungen in der Coronakrise eingegangen und hat einige für die Landschaft wichtige geplante Neuerungen erläutert.

Nach einem Überblick über die Geschichte der Emsländischen Landschaft, die 1979 gegründet wurde, zeigte Bröring deren Aufgaben auf. Dazu zählte er die Erforschung der regionalen Geschichte, die Kulturförderung sowie die kulturelle Bildung. Hierzu unterstützt die Landschaft kulturelle und künstlerische Projekte mit regionaler Bedeutung finanziell und unterhält Kulturinstitutionen wie das Theaterpädagogische Zentrum in Lingen.

Zu den wichtigsten Projekten im Rahmen der Kunstförderung zählte Bröring das Künstlerstipendium der Landschaft. Die Förderung der Kinder- und Jugendkultur werde demnächst über ein neues Programm und einen Arbeitskreis intensiviert. Diesem Arbeitskreis, der in die Förderpraxis der Landschaft einbezogen wird, sollen ausschließlich Jüngere angehören, um einen besseren Zugang zu Kindern und Jugendlichen zu bekommen. Als grenzüberschreitendes Projekt nannte der Landschaftspräsident die Initiative zur Bewahrung des immateriellen kulturellen Erbes. Zu den zentralen Anliegen der Landschaft gehöre die Pflege der plattdeutschen Sprache. „Wir möchten uns wieder mehr mit dieser Sprache als Kultursprache auseinandersetzen“, so Bröring.

Wie Bröring erläuterte, strebe der Landschaftsverband einige Veränderungen an, um als Kulturdienstleister zukunftsfähig zu bleiben. „Wenn wir die Landschaft bekannter machen wollen, benötigen wir eine modifizierte Mitgliederstruktur“, sagte Bröring und ergänzte: „Wir brauchen die Verzahnung in die Dörfer hinein.“ Außerdem sei die Mitgliedschaft der Hochschule Lingen zu diskutieren.

Eine „kleine Baustelle“ sei der Emsländische Heimatbund, der eng mit der Landschaft verbunden ist. So gebe es Gespräche mit der Stadt Meppen, die derzeitige, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene Unterbringung der Bibliothek mit Geschäftsstelle zugunsten eines neuen, publikumswirksameren Standortes aufzugeben.

Über die Trägerschaft des Museums Schloss Clemenswerth sei man im Gespräch mit dem Landkreis. Den Heimatbund würden laut Bröring dann drei Säulen tragen. Dazu zählte er die Herausgabe des Emsländischen Jahrbuchs und die Unterhaltung der Bibliothek in Meppen. Weiterhin solle der Heimatbund die örtlichen Heimatvereine organisatorisch betreuen und zukunftsfähig aufstellen. Auch sei es möglicherweise von Fall zu Fall sinnvoll, Heimatvereine hin zu Bürgervereinen zu entwickeln. „Die eigentliche Kulturarbeit wird dann verstärkt bei der Landschaft liegen“, so Bröring.

Andrea Kötter, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, lobte das Engagement der Landschaft und hob deren Bedeutung für das Kulturleben im Emsland hervor. Auf die Nachfrage, mit welchen Mitteln den Kultureinrichtungen während der Coronakrise geholfen werde, erklärte Bröring, dass die Landschaft als Mittler für die Antragsstellung zuständig sei. Das Land Niedersachsen habe ein vielfältiges Unterstützungsangebot für Kulturvereinigungen, Kunstvereine oder Musikvereine vorgehalten. Die Region konnte sich so seit März Fördermittel in der Höhe von 220.000 Euro sichern. Vornehmlich profitierten die Freilichtbühnen, das Moormuseum, das Museum Schloss Clemenswerth und eine Vielzahl von Musikvereinen und Chören. Erstattet wurden Vorlaufkosten, die nicht mehr rückgängig gemacht werden konnten. „Für unsere Region konnten wir alles, was an Anträgen da war, durchkriegen“, so der Landschaftspräsident.

Ein zweites Programm ziele auf Soloselbständige ab. Insgesamt gebe es hier vier unterschiedlichen Förderrichtlinien. Voraussetzung sei, dass eine Leistung erbracht werde, etwa in Form einer Veranstaltung. Das Land Niedersachsen übernehme in diesem Rahmen die Kosten bis zu 100 Prozent. Allerdings müsse die Veranstaltung über Dritte angeboten werden. Laut Bröring bestehe die Möglichkeit, sich über die Internetseite des Landschaftsverbandes ausführlich über Fördermöglichkeiten und Richtlinien zu informieren. Die Landschaft unterstütze bei der Antragstellung.

Bröring konnte der Coronasituation auch etwas Gutes abgewinnen. So sei der Lernprozess bei der Entwicklung digitaler Formate im Kulturbereich beschleunigt worden. „Die sind so erfolgreich gelaufen, dass wir sie nicht aufgeben werden“, sagte er. Es werde „Hybridveranstaltungen“ geben, die analog und parallel dazu digital laufen sollen.